Lost in Libya? - Podiumsgespräch des Alarmphone Zürich

Mittwoch, 22. März 2017: 19:00 Uhr, Karl der Grosse, Zürich


Foltergefängnisse, (unterlassene) Seenotrettung und der Kampf um Bewegungsfreiheit an den Grenzen Europas. Eine Diskussionsveranstaltung des Watch the Med Alarmphone Zürich mit:
- Miriam Edding, Alarmphone-Gründungsmitglied
- Noëmi Landolt, WOZ und Sea Watch-Crew
- Sereke Negasi, Eritreischer Medienbund

- Fabio Zgraggen, Humanitarian Pilots Initiative


Nach dem EU-Türkei-Deal und der Schliessung der Balkanroute im Frühjahr 2016 ist das zentrale Mittelmeer zwischen Libyen und Italien erneut die meistgenutzte Fluchtroute nach Europa. Doch obwohl vor der libyschen Küste inzwischen zahlreiche staatliche und zivilgesellschaftliche Rettungsschiffe im Einsatz sind, ertranken dort im Jahr 2016 mehr als 4'500 Menschen – so viele wie in keinem Jahr zuvor.
Anstatt jedoch sichere und legale Fluchtwege nach Europa zu öffnen, forciert die EU ihren "Kampf gegen Schlepper" und rüstet die für zahlreiche Angriffe auf Flüchtlingsboote verantwortliche libysche Küstenwache auf, damit diese die Überfahrten bereits in libyschen Gewässern verhindert. Die Arbeit der Seenotrettungs-NGOs wird hingegen zunehmend delegitimiert und kriminalisiert, während die EU-Grenzschutzagentur Frontex erneut eine Politik des Sterbenlassens auf hoher See verfolgt.


Gleichzeitig erhöht die EU auch ihren Druck auf das vom Bürgerkrieg zerrüttete Libyen und plant, aus Seenot Gerettete in libysche Auffanglager zurückzuschicken. Damit nimmt sie schlimmste Menschenrechtsverletzungen in Kauf, denn wie aktuelle Berichte aus Libyen zeigen, werden Flüchtende dort bereits heute unter unmenschlichen Bedingungen in Lagern interniert, in denen es regelmässig zu Folterungen, Vergewaltigungen und Erschiessungen kommt.


Das Watch the Med Alarmphone Zürich gibt in dieser Veranstaltung einen detaillierten Einblick in die aktuelle Situation in Libyen sowie im zentralen Mittelmeer und diskutiert mit verschiedenen Gästen über aktuelle Herausforderungen und politische Perspektiven im Kampf um Bewegungsfreiheit an den Grenzen Europas.








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